Welche Faktoren beeinflussen die Kosten einer Rückstausicherung?
Die Kosten für eine Rückstausicherung lassen sich nicht pauschal beziffern. Sie hängen von einer Vielzahl von Faktoren ab, die für jedes Gebäude unterschiedlich sind. Eine belastbare Kosteneinschätzung setzt konkrete Angaben zum Gebäude, zur Abwasserart, zu den Entwässerungsstellen und zum gewünschten Leistungsumfang voraus. Dieser Beitrag erläutert die wesentlichen Kostenfaktoren, die in ein Angebot einfließen.
Art des Systems
Der gewichtigste Kostenfaktor ist die Art der Rückstausicherung selbst:
- Rückstauklappe (manuell): Eine einfache manuelle Rückstauklappe ist in der Anschaffung und im Einbau in der Regel die kostengünstigste Lösung. Sie kommt jedoch ausschließlich für fäkalienfreies Abwasser infrage und setzt voraus, dass die angeschlossenen Entwässerungsstellen während eines Rückstaus nicht genutzt werden müssen.
- Motorischer Rückstauverschluss: Ein motorischer Verschluss mit elektrischem Antrieb, Steuerung und Alarmierung ist in der Anschaffung teurer, bietet jedoch einen höheren Bedienkomfort und mehr Sicherheit – etwa durch eine automatische Funktionskontrolle oder eine Fernüberwachung.
- Hebeanlage für fäkalienfreies Abwasser: Eine Hebeanlage für fäkalienfreies Abwasser ist teurer als eine Rückstauklappe, aber günstiger als eine Hebeanlage für fäkalienhaltiges Abwasser. Sie umfasst einen Sammelbehälter mit Pumpe, eine Steuerung und eine Entlüftungsleitung.
- Hebeanlage für fäkalienhaltiges Abwasser: Dies ist in der Regel die aufwendigste und kostenintensivste Variante. Die Anlage muss für die Förderung fester Bestandteile ausgelegt sein und erfordert einen größeren Behälter, eine leistungsstärkere Pumpe, eine druckdichte Entlüftung und häufig einen separaten Aufstellraum.
Gebäudetyp
Der Gebäudetyp beeinflusst Planung, Auslegung und Einbauaufwand:
- Einfamilienhaus: In der Regel überschaubare Entwässerungssituation mit wenigen Ablaufstellen unterhalb der Rückstauebene. Die baulichen Verhältnisse sind oft einfacher, und der Einbau kann in vielen Fällen ohne größere Umbaumaßnahmen erfolgen.
- Mehrfamilienhaus: Mehrere Wohnungen bedeuten mehrere Entwässerungsstellen und höhere Abwassermengen. Die Rückstausicherung oder Hebeanlage muss entsprechend dimensioniert werden, was Material- und Einbaukosten erhöht. Zudem sind Absprachen mit Mietern und Eigentümern erforderlich.
- Gewerbeimmobilie: Gewerbliche Liegenschaften können besondere Anforderungen an Hygiene, Betriebssicherheit und Redundanz stellen. Zusätzliche Anlagen für eine Notstromversorgung oder erweiterte Alarmierung können erforderlich sein.
- Denkmalgeschütztes Gebäude: Besondere bauliche Anforderungen, eingeschränkte Eingriffsmöglichkeiten in die Bausubstanz und Abstimmungen mit den zuständigen Behörden können den Aufwand und die Kosten erhöhen.
Lage und Anzahl der Entwässerungsstellen
Je mehr Ablaufstellen unterhalb der Rückstauebene geschützt werden müssen, desto umfangreicher ist die Planung und der Einbau. Ein einzelner Kellerbodenablauf erfordert weniger Aufwand als ein voll ausgebauter Wohnbereich im Souterrain mit Küche, Bad und WC. Entscheidende Faktoren sind:
- Anzahl der angeschlossenen Entwässerungsgegenstände
- Art der Entwässerungsgegenstände (WC, Dusche, Waschmaschine, Bodenablauf)
- Vorhandene Leitungsführung und Anschlussmöglichkeiten
- Räumliche Verteilung der Ablaufstellen (eine zentrale Leitung oder mehrere Stränge)
Zugänglichkeit und Einbausituation
Die örtlichen Gegebenheiten am Einbauort haben einen erheblichen Einfluss auf den Aufwand:
- Gute Zugänglichkeit: Ein frei zugänglicher Grundleitungsstrang in einem unverbauten Kellerraum mit ausreichend Platz und Höhe ermöglicht einen zügigen Einbau ohne umfangreiche Nebenarbeiten.
- Eingeschränkte Zugänglichkeit: Eng verbaute Technikräume, niedrige Deckenhöhen, schlechte Beleuchtung oder schwer zugängliche Rohrleitungen erhöhen den Arbeitsaufwand.
- Verdeckte Leitungen: Sind die Grundleitungen unterhalb der Bodenplatte verlegt und nicht über Putz zugänglich, ist der Aufwand deutlich größer als bei frei zugänglichen auf Putz verlegten Leitungen.
Baulicher Aufwand
Über den reinen Einbau der Rückstausicherung oder Hebeanlage hinaus können bauliche Nebenarbeiten erforderlich sein:
- Bodenöffnung: Stemmarbeiten im Estrich oder Betonboden, um den Zugang zur Grundleitung zu schaffen
- Wanddurchbruch: Kernbohrungen durch Außenwände oder Innenwände für Leitungsdurchführungen
- Rohrleitungsarbeiten: Anpassung, Verlängerung oder Erneuerung vorhandener Rohrleitungen
- Elektroanschluss: Herstellung eines normgerechten Stromanschlusses für motorische Verschlüsse und Hebeanlagen – gegebenenfalls mit separatem Stromkreis und Fehlerstromschutzschalter
- Entlüftung: Bei Hebeanlagen die druckdichte Entlüftungsleitung über Dach – je nach Gebäude ein aufwendiger Eingriff
- Alarmierung: Akustische oder optische Alarmeinrichtungen und gegebenenfalls Fernalarmierung per SMS oder Gebäudeleittechnik
Außenbereich oder Innenbereich
Der Einbauort beeinflusst die Anforderungen an die Anlage und den Aufwand. Eine Rückstausicherung, die im Außenbereich in einem Kontrollschacht eingebaut wird, muss frostsicher, korrosionsbeständig und gegen Grundwasser gesichert sein. Der Einbau im Außenbereich kann Erdarbeiten, Schachtbau, Abdichtung und Wiederherstellung von Pflaster oder Grünflächen erfordern. Ein Einbau im Kellerinnenraum ist in der Regel einfacher zu realisieren, benötigt jedoch Platz im Gebäude.
Baustelleneinrichtung
Je nach Umfang der Arbeiten ist eine Baustelleneinrichtung erforderlich. Dazu gehören Absperrungen, Abdeckungen, Staubschutzwände, Entsorgung von Bauschutt und die Sicherung von Verkehrswegen. Bei bewohnten Gebäuden müssen besondere Rücksichtnahmen auf die Bewohner und die Aufrechterhaltung der Nutzbarkeit während der Bauzeit getroffen werden.
Wiederherstellung von Boden und Wand
Nach dem Einbau müssen die geöffneten Boden- und Wandflächen wiederhergestellt werden. Dazu gehören das Schließen von Kernbohrungen, das Verschließen von Bodenöffnungen mit Estrich, das Aufbringen neuer Bodenbeläge und das Wiederherstellen von Wandoberflächen. Diese Arbeiten sind Teil des Leistungsumfangs und im Angebot zu berücksichtigen.
Wartung als laufender Kostenfaktor
Neben den einmaligen Einbaukosten fallen laufende Kosten für die Wartung an. Rückstausicherungen und Hebeanlagen müssen gemäß Herstellervorgaben und Normen regelmäßig gewartet werden – typischerweise halbjährlich oder jährlich. Ein Wartungsvertrag mit einem Fachbetrieb stellt sicher, dass die Anlage im Ernstfall funktioniert. Die Wartungskosten sind in der Gesamtkalkulation zu berücksichtigen.
- Die dargestellten Kostenfaktoren dienen der allgemeinen Information. Es werden keine verbindlichen Preise, Preisspannen oder Kostenrahmen genannt.
- Alle Angaben zu Kosten sind unverbindlich und ersetzen keine Kalkulation durch den Fachbetrieb.
- Die Vermittlungsplattform erstellt keine Angebote und gibt keine Kostenauskunft.
Kostenvoranschlag anfragen
Machen Sie Angaben zu Ihrem Gebäude, zu den Entwässerungsstellen und zum gewünschten System, damit Ihre Anfrage für ein verbindliches Angebot durch den Fachbetrieb vorbereitet werden kann.
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